Palma de Mallorca, die Hauptstadt der Insel

Die Stadt Palma de Mallorca heißt offiziell nur Palma, eine Name der bis zur Herrschaft der Römer zurückreicht und auf die Palmen verweist die die Römer einst dort vorfanden. Die Lokalbevölkerung greift allerdings sehr häufig zum Begriff Ciutat (Stadt), da man auf Mallorca lediglich Palma mit seinen rund 410.000 Einwohnern als Stadt betrachtet, in der sich auch sämtliche ämter und wichtige Einrichtungen der Balearen befinden.
 
Auch wenn bereits die Phöniziern in Palma anlegten, so wurde die Hauptstadt der Balearen erst im Jahr 123 vor Christus von den Römern gegründet. Nach den Vandalen und den arabischen Völkern, die den Römern folgten, wurde Palma 1229 von Jakob I. von Aragón eingenommen, der die Balearen 50 Jahre später vollständig in seinem Reich aufgehen ließ und das Gesetz schuf dass in seinem gesamten Reich ausschließlich die katalanische Sprache benutzt werden darf und auch sämtlich offiziellen Dokumente nur in katalanisch abgefasst sein durften.

Die Kathedrale in Palma de Mallorca
Foto: Herbert Kårlin

Jakob I. von Aragón ließ nach der Eroberung der Insel Mallorca die Hauptmoschee abreißen um an dieser Stelle die Kathedrale von Palma (Seu de Mallorca) erbauen zu lassen, wobei die der Jungfrau Maria geweihte Kathedrale den Beinamen Kathedrale des Lichtes (Catedral de la Llum) erhielt. Bereits die Kathedrale in Palma weist sehr deutlich eine gotisch katalanische Strukturauf und unterscheidet sich daher sehr deutlich von den Kathedralen im spanischen Raum.
 
Auch der Bau des Castell de Bellver, das gegen 1309 erbaut wurde, zeigt deutlich eine katalanische Bauweise die in ganz Katalonien dominierte bis internationale Spekulanten touristische Einheitsbauten schufen denen jede Verbindung zur katalanischen Tradition und Architektur fehlt. Aber gerade aus diesem Grund sind die älteren Bauten Palmas von besonderem historischem Interesse und sollten auch etwas genauer betrachtet werden.
 
Wer das historische Palma etwas näher entdecken will, sollte auf jeden Fall die Ciutat Vella, also die Altstadt in aller Ruhe durchstreifen, auch wenn man hierfür drei bis vier Stunden einrechnen sollte. Dieser Teil Palmas hat seinen mittelalterlichen Charakter beibehalten und beherbergt einige der bedeutendsten Gebäude der Stadt, aber natürlich auch zahlreiche touristische Läden und Restaurants die mittlerweile kaum noch von der Lokalbevölkerung besucht werden.
 
Wer sich wirklich für Mallorca, die Geschichte und die Kultur der Insel interessiert, wird sich in Palma wohl fühlen, da es sich hierbei um das kulturelle Zentrum Mallorcas handelt, da man hier die katalanische Kunst, die katalanische Geschichte und auch die wichtigsten kulturellen Ereignisse erleben kann. Auch wenn man die Schritte des traditionellen Tanzes Katalonies, jene der Sardana, nicht kennt, so sollte man sonntags dennoch einmal als Zuschauer einen sehr wichtigen Teil der katalanischen Kultur erleben, da nicht nur der Tanz von größtem traditionellen Interesse ist, sondern auch der Cobla, dem Orchester, zuhören, eine Gelegenheit die Flabiol (katalanische Einhandflöte) und das Tamborí (kleine Trommel) zu hören.
 
Mitten in der Altstadt mit ihren engen Gassen entdeckt man auch einen 600 Jahre alten Olivenbaum, ein Symbol Mallorcas, da Olivenbäume und Mandelbäume früher eine wichtige Einkommensquelle der Insel waren, jedoch vom wachsenden Tourismus und einer Krankheit stark bedroht sind. Palma selbst lebte allerdings weniger von landwirtschaftlichen Gütern,sondern vom Fischfang, und ab Mitte des 19. Jahrhunderts, vom wohlhabenden Tourismus einer Eliteschicht, die Mallorca weltweit bekannt machte.
 
Wer sich für die Spezialitäten Mallorcas interessiert, sollte auf jeden Fall die Markthalle Mercat de l'Olivar besuchen, da man dort, neben internationalen Spezialitäten, auch alle lokalen Leckerbissen entdecken kann. Um dann auch ein typisches katalanisches Restaurant zu finden, sollte man sich allerdings vom Zentrum Palmas etwas entfernen und jedes Restaurant meiden das mehrsprachige, bebilderte Speisekarten hat, und Restaurants mit einem Kundenfänger vor der Tür.