Städte und sehenswerte Orte auf Mallorca
Auch wenn Mallorca offiziell nur über drei Städte verfügt, so zählt man insgesamt 53 Orte die alle ein gewisses touristisches Interesse haben. Auf den folgenden Seiten werden wir rund die Hälfte unter den Orten vorstellen die man während eines Aufenthalts auf Mallorca auf jeden Fall besuchen sollte, und, sollte dies nicht möglich sein, eben bei mehreren Besuchen dieser Sonneninsel, die weitaus mehr als Sonne und Meer zu bieten hat. Die Sehenswürdigkeiten der einzelnen Orte stellen wir dann noch separat vor.
Sóller und das spanische Königshaus
Sóller hat bis heute als Symbol die Fahne Aragons behalten und geht damit auf den katalanischen Ursprung der Insel im Jahr 1229 zurück. Die Lage der Stadt, und die Umgebung die noch heute von Olivenbäumen umgeben ist, führte dazu dass Sóller von mehreren Mitgliedern des spanischen Königshauses immer wieder besucht wird, von der sich aber auch Tom Hanks angezogen fühlte. Das Wappen der Stadt wiederum, das man am Rathaus sehen kann, zeigt die Sonne, die der Stadt bei der Namensgebung half, den die erste Silbe Sol bedeutet nichts anderes als Sonne. Nach Sóller kommt man am besten mit der historischen Eisenbahn aus dem Jahr 1912, denn der enorme touristische Andrang führte dazu dass man das Zentrum der Stadt für den touristischen Autoverkehr ganz sperren musste, der Besucher der zahlreichen Sehenswürdigkeiten muss also entweder die Eisenbahn oder den Bus nehmen, oder eben 15 bis 20 Minuten zu Fuß (eine Richtung) gehen, was bei älteren Personen manchmal etwas schwierig werden kann. In der zweiten Maiwoche kann man in Sóller auch jedes Jahr erleben wie die Christen die Mauren endgültig aus der Stadt vertreiben, ein Schauspiel das man nicht verpassen sollte.

Santanyí, die kulturelle Stadt Mallorcas
Santanyí ist vermutlich die heißeste Stadt Mallorcas und ist heute nahezu vollständig vom Tourismus abhängig, da die Landwirtschaft verschwand und von der einstigen Industrie nur noch ein einziges Unternehmen zeugt. Die touristische Satzung für Santanyí begann bereits in den 50er Jahren, der allerdings der spanische Bürgerkrieg ein schnelles Ende bereitete. Ab den 70er Jahren kam der zweite, erfolgreiche, Anlauf, wobei allerdings die Naturschutzgebiete nur wenige Interesse fanden, sondern die Strände einen Magnet bildeten. Während der vergangenen Jahre haben sich in Santanyí insbesondere Maler, Schriftsteller, Musiker und andere Künstler angesiedelt, da in diesem Ort nach dem Bürgerkrieg die katalanische Dichtung mit der Escola de Santanyí geradezu Weltrum erreichte und der katalanischen Sprache,und natürlich auch dem Mallorquí, zu einem Aufschwung verhalf.
Llucmajor, die größte Gemeinde Mallorcas
Llucmajor ist, zumindest gemessen an der Größe seiner Fläche, der größte Ort Mallorcas, aber auch der Ort mit dominanter, unfruchtbarer Heidelandschaft. Dennoch kann Lucmajor noch heute Einnahmen verbuchen die nicht vom Tourismus kommen, denn in diesem Ort wird noch extensive Jagd betrieben, und dies mit großem Erfolg, zumal über drei Viertel der Gemeinde noch Einwohnern des Ortes gehören, die zu einem geringen Teil auch noch Mandeln, Feigen und Wein anbauen, Gewächse, denen die Trockenheit wenig zu schaffen macht. Fahrradtouristen finden in Llucmajor rund 400 Kilometer zum Trainieren und Strandtouristen finden im Gebiet der Neubauten ebenfalls ihr Vergnügen. Llucmajor, ein Ort in dem Mallorquí noch eine wichtige Rolle spielt, war früher auch ein industrielles Zentrum der Insel, insbesondere bekannt für die Herstellung von Lederschuhen.
Valldemossa, Frédéric Chopin und George Sand
Als der Komponist Frédéric Chopin und die Schriftstellerin George Sand einige Monate in Valdemossa lebten, entdeckten sie dort bereits die gleichen Gebäude die heute die Besucher des Ortes sehen, wenn auch ohne den Massentourismus, und sie erlebten die Ruhe und Stille die mit einem rein landwirtschaftlichen Gebiet einhergeht, eine Landschaft, die heute weitgehend verschwunden ist. Die beiden konnten, wie viele andere berühmte Personendie Valldemossa besuchten, sich nicht vorstellen dass sie den romantischen Ort in einen touristischen Magnet verwandeln sollten. Nur wenige Besucher Valldemossas interessieren sich heute für die interessante Geschichte des Ortes, das schwierige Überleben der Landwirte und die Rolle die heute Bauspekulanten und der Tourismus tatsächlich spielen. Und dennoch kann man in Valldemossa noch heute einen wichtigen Teil der Geschichte Mallorcas finden, an Bauten die sehr viel erzählen können.

Bunyola und die Bourgeoisie Mallorcas
Bunyola mit seinen etwas über 7600 Einwohnern hat seine Wurzeln bereits in der Bronzezeit, was archäologische Funde belegen und entwickelte sich im 17. Jahrhundert in ein bedeutendes landwirtschaftliches Gebiet, denn es siedelten sich mehrere wohlhabende Person Mallorcas in Bunyola an die bedeutende Villen schufen und insbesondere Getreide, Wein und Olivenbäume anbauten, eine Landwirtschaft in der die Bevölkerung Bunyolas ihren Lebensunterhalt verdiente. Heute zeigt der Kern des Ortes noch deutlich diese Wurzeln und beim Besuch des Herrschaftssitzes Raixa und den Gärten Jardins d'Alfábia kann man die Geschichte des Ortes sogar bis zurück zur arabischen Zeit Mallorcas verfolgen.
Fortsetzung folgt
